Sardinien – Traumziel für Aktivurlauber

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Gastbeitrag von Peter Herold, der seit 2006 mit seiner Frau Anne die Pension für Sportler „The Lemon House“ an der Ostküste Sardiniens betreibt. Peter Herold ist Autor des ersten Mountainbikeguide zu Sardinien seit 20 Jahren und veröffentlicht seine detaillierten Kenntnisse in verschiedenen Wander- und Kletterführern sowie Internetforen.

Die Geschichte Sardiniens

Wahr ist es, dass Sardinien von seiner einmaligen, stolzen Kultur der Bronzezeit geprägt bleibt. Doch trotz der über 7000 Nuraghen und anderen archäologischen Überresten blieb nichts Geschriebenes – damals schrieb man nicht – und wenige Urlauber wollen sich mit Sardiniens eigenen Sprache, Sardisch, die direkt vom Latein abstammt und noch immer im Inselinneren gesprochen wird, auseinandersetzen. Sie bekommen einen ersten oberflächlichen Eindruck der heidnischen Bräuche und vielen Traditionen, wenn sie ein wenig ahnungslos bei einem der unzähligen religiösen und Volksfesten anwesend sind.
Cliffhanger Sardinien
Quelle: The Lemon House

Urlaub auf Sardinien

Dass Sardinien die zweitgrößte Insel des Mittelmeers nach Sizilien ist, wissen die Deutschen längst. Diese stellen die zweitstärkste Urlaubergruppe nach den Italienern dar, und fliehen aus Nordeuropa, um Sonne und „die schönste Küste des Mittelmeers“ und die „besten Strände außerhalb der Karibik“ mit türkisfarbenem Wasser zu genießen. Vergessen Sie die reizenden Dörfchen des Mittelalters, wie sie sich in der Toskana befinden, sowie die Kirchen. „Wenn man Kirchen besuchen will, reist man nach Rom an, nicht wahr?“ kommentierte ein amerikanischer Gast …

Sardiniens Küsten gelten als „Weltklasse“, es begreifen immer mehr Sportler, dass Sardiniens Bergsportmöglichkeiten (Wandern, Klettern, Mountainbike, Rennrad) „in nix den Alpen nachstehen”. Darüber hinaus ermöglicht es das milde Klima, Sport das ganze Jahr über zu treiben, und sogar im Sommer kann man gut auf 800-1.000 m Höhe beim Schatten nachmittags klettern. Für wen also gilt Sardinien als perfekte Urlaubsadresse? Für diejenigen, die einen Bergsporturlaub in Kombination mit einem Badeurlaub machen möchten.

Möglichkeiten beim Aktivurlaub auf Sardinien

Wandern: Sardinien weist eine große Auswahl an Wanderungen auf, von leichten Spazierengängen bis hin zum „schwierigsten Trekkingweg Italiens” – dem Selvaggio Blu. In der Vergangenheit hatte Sardinien den Ruf, dass es keine Wegbeschreibungen oder Wegmarkierungen gab, und dass ohne Führer die Wanderung zu einem Desaster geriet. Glücklicherweise ist die Situation inzwischen deutlich verbessert: viele neue Wanderführer, vor allem in deutscher Sprache, sind erschienen; GPS-Tracks und Karten wie Openstreetmap stehen zur freien Verfügung und viele Wanderungen sind vom Forstamt mit Ortsbezeichnungen und Hinweisschildern ausgestattet worden.

Mountainbike: Durch die Veröffentlichungen in den letzten Jahren in einigen MTB-Führern wird Sardinien zum neuen In-Spot für Mountainbike-Freaks.

Klettern: Sardinien ist unter Kletterern weltberühmt. Normalerweise möchten deutschsprachige Kletterer das Klettern mit einem Strandurlaub kombinieren und deswegen besuchen sie oft Cala Gonone an der Ostküste. Doch liegen bei Cala Gonone nur etwa 20% der Kletterrouten der Insel, und auch andere Gebiete bieten die Möglichkeit im Sommer gut klettern zu können, wenn es zu heiß am Meer ist. Kletterspots wie Urzulei, Jerzu und Ulassai sind nur 45 Fahrminuten vom Meer entfernt, und auf 800-1000 m Höhe sind dort nachmittags im Schatten die Bedingungen ideal zum Klettern.
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Quelle: The Lemon House

Radfahren: Sardiniens mildes Klima, gut befestigte Nebenstraßen, geringer Autoverkehr und die wunderschöne Landschaft sind perfekt für einen Radurlaub. Für diejenigen, die sich auf einen Radmarathon vorbereiten wollen, gibt es „alpine“ Ansteige und Abfahrten vom Meeresspiegel bis auf 1.000 m Höhe. Es gibt eine blühende lokale Rennszene und am Ende jeden Aprils findet der Giro Sardegna (www.girosardegna.it) statt. Es handelt sich um ein Etappenrennen, bei dem Hobbyradler und Profis miteinander kämpfen.

Praktische Tipps für die Reise nach Sardinien: Sardinien entspricht fast zwei Drittel der Fläche der Schweiz und die Straßen sind sehr kurvig. Am besten versucht man nicht, die ganze Insel in einer Woche zu sehen, eher wählt man sich eine Zone der Insel aus. Von Deutschland aus kann man Sardinien mit der Fähre (und eigenem PKW) oder mit dem Flugzeug erreichen und dort einen Wagen mieten. Die Anreise per Bus ist kaum praktisch.

Weiterführende Informationen:

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Veröffentlicht in Freizeit

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