Große Filmgeschichte – Die Cinecittà Filmstudios

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Etwa 9 km südöstlich vom Stadtzentrum Roms entfernt dürften dieses Jahr die Sektkorken knallen. Immerhin ist es ein dreiviertel Jahrhundert, was hier, zu recht mit Stolz, begossen wird, auch wenn das Geburtstagskind sicher etwas wehmütig auf die Vergangenheit zurückblicken wird. Cinecittà, Europas grösstes Filmstudio, wird 75 und auch wenn die alte Dame ein bisschen von ihrem einstigen Zauber verloren zu haben scheint, darf man zu einem bisher aufregenden Leben mit glanzvollen und auch mysteriösen Vergangenheiten gratulieren.

Ein zauberhaftes Filmstudio entsteht

Gründervater von Cinecittà war Benito Mussolini. Binnen 15 Monaten entstand vor den Türen Roms eine riesige Filmanlage, die am 28. April 1937 durch den faschistischen Bauherrn Mussolini eröffnet wurde. Sofort begannen erste Dreharbeiten, bereits 6 Jahre später hatte sich das Filmstudio einen Namen gemacht und konnte 1943 bereits über 300 gedrehte Filme nachweisen, unter anderem von den Regisseuren Roberto Rossellini und Vittorio de Sica.

Dann erlitt Cinecittà Kriegswunden, wurde bombadiert und als Flüchtlingslager verwendet. Doch die italienischen und auch internationalen Filmemacher wussten um den Zauber von Cinecittà. „I’ve always felt that Cinecittà has a special magic…“, äußerte Martin Scorsese, als er seinen Film „Gangs of New York“ (2002) in Italien drehte und sprach damit wohl einigen Regisseuren aus der Seele.

Die Goldenen 50er

So war es auch nicht verwunderlich, dass neben den italienischen Regisseuren wie Alessandro Blasetti und Luchino Visconti auch die Amerikaner nach Italien kamen. Filme wie „Quo Vadis“ und „Ben Hur“ wurden gedreht und machten die 1950er zur Goldenen Zeit Cinecittàs. Audrey Hepburn und Gregory Peck, die im italienischen Filmstudio für „Ein Herz und eine Krone“ spielten, machten Cinecittà genauso berühmt wie der große italienische Regisseur Federico Fellini, der mit dem Film „La Dolce Vita“ seine Liebe zu dem Filmstudio in Rom erwachen liess und seitdem jeden Film hier drehte, sogar eine Wohnung in Cinecittà bezieht.

Eine alte Dame zieht sich zurück

Auch in den 60/70ern war das Filmstudio sehr belebt, Regisseure wie De Sica, Pasolini und Sergio Leone, Sergio Corbucci und Sergio Sollima drehen hier, italienische Western wie „Für eine Handvoll Dollar“ entstehen. Danach wurde es wieder still und das grosse Filmstudio ging seinem Bankrott entgegen.

Heute gehört die Cinecittà-Holding, nach staatlicher Privatisierung, dem italienischen Ministerium für Wirtschaft und Finanzen. Neben einigen grossen Filme wie Gibsons „Passion Christi“ und Scorseses „Gangs of New York“ bleibt es allerdings weiterhin ruhig um Cinecittà und das einstig große Filmstudio wird nur noch für kleinere Serien und Produktionen wie „BigBrother“ genutzt.

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Veröffentlicht in Produkte aus Italien

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