Vatikanstadt – Der Staat im Staat

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Der vollkommen vom Stadtgebiet der italienischen Hauptstadt Rom umschlossene „Stato della Città del Vaticano“ ist sowohl nach Fläche als auch nach Einwohnerzahl der kleinste Staat der Welt. Diese Fakten sagen aber nichts aus über die globale Bedeutung und die beeindruckende, jahrhundertelange historische Tradition dieses Gemeinwesens, das den formal-territorialen Rahmen für das römisch-katholische Papsttum und den damit verbundenen Heiligen Stuhl darstellt.

Geschichte eines Kleinstaates

Die nach einem der stadtrömischen Berge benannte Vatikanstadt steht in Traditionslinie zum päpstlichen Kirchenstaat, der vom 8. bis zum 19. Jahrhundert ein souveräner Staat in Mittelitalien gewesen war. Im Zuge der italienischen Staatswerdung verlor der Kirchenstaat zwar 1860 einen Großteil seiner Staatsfläche, konnte aber zunächst noch die Herrschaft über Rom und Latium behaupten. 1870 verleibte Italien auch Rom ein.

In der strittigen „Römischen Frage“ um die völkerrechtliche Stellung des vom Papst als souveränes Territorium beanspruchten vatikanischen Stadtbezirks kam es 60 Jahre lang zu keiner Klärung. Erst 1929 erkannte der Papst Rom als Hauptstadt Italiens an. Im Gegenzug wurde der Staat der Vatikanstadt von Italien anerkannt.

Auf diplomatischer Ebene wird der Zwergstaat vom – mit der Person des Papstes identischen – Völkerrechtssubjekt Heiliger Stuhl vertreten.

Territorium, Verwaltung und Bevölkerung der Vatikanstadt

Der Staat erstreckt sich im römischen Innenstadtbereich am rechten Tiber-Ufer über 0,44 km² Fläche. Das Staatsgebiet ist von der altrömischen Konstantinischen Mauer sowie den Kolonnaden und einer quer über den Petersplatz gezogenen Linie begrenzt. Einige Kirchen und Amtsgebäude in Rom sowie der Sommersitz des Papstes in Castel Gandolfo gehören zwar nicht zum Territorium der Vatikanstadt, genießen aber eine diplomatischen Vertretungen entsprechende Immunität und sind damit faktisch Teile der Vatikanstadt.

Die Bevölkerung des Mini-Staates, in dem die offizielle Amtssprache Latein und die Umgangssprache Italienisch ist, hat weniger als 900 Einwohner. Neben dem Papst und seinem persönlichen Stab leben und arbeiten vor allem Priester und Nonnen in den päpstlichen Einrichtungen.

Daneben gehört auch nichtklerikales Personal der Archive, Museen, Ämter der Verwaltung, vatikanischen Post, medizinischen Versorgung und der Sicherheitsorgane wie der Schweizergarde zur Einwohnerschaft. Etwa 2000 der 3000, zumeist italienischen, Bediensteten haben ihren Wohnsitz außerhalb des Vatikans.

Die Vatikanstadt, die vollkommen souveräne Gesetzgebungs-, Exekutiv- und Jurisdiktionsgewalt besitzt und ausübt, ist neutral und ist weder Mitglied der Uno noch der EU. Finanzpolitisch hat sich der kleine Staat aber der Euro-Zone angeschlossen.

Ort unschätzbar wertvoller Kulturschätze

Von den Mauern des Vatikans sind Petersdom, Sixtinische Kapelle und die vatikanischen Museen und Archive mit ihren in der Welt einmaligen Sammlungen von Büchern, Gemälden und plastischen Kunstwerken umschlossen.

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Veröffentlicht in Sehenswürdigkeiten

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